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Lesen Sie hier neueste wissenschaftliche Erkenntnisse
Ein Lipödem ist eine große Herausforderung und es sollte viel mehr dazu geforscht und berichtet werden. Auf dieser Seite werde ich regelmäßig neueste wichtige Forschungsergebnisse präsentieren.
Wer grundlegende Infos zu Lipödem, Diagnose und Therapie benötigt, klickt bitte auf folgenden Link:
Lebensqualität bei Lipödem: Eine unterschätzte Krise
Studie September 2026
„Es ist doch nur Fett, stell dich nicht so an!“ – Wie sehr dieser Satz schmerzt, zeigt jetzt eine wissenschaftliche Studie aus Schweden mit erdrückenden Zahlen.
Viele Frauen mit Lipödem kämpfen jahrelang nicht nur mit körperlichen Schmerzen, sondern mit Stigmatisierung, Vorurteilen und dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Die aktuelle LISE-Studie (2026) macht das Ausmaß des Leidensdrucks nun schwarz auf weiß sichtbar:
Die wissenschaftlichen Fakten im Vergleich: Die Forscher vergliechen 104 Frauen mit Lipödem mit gesunden Frauen UND mit Patientinnen, die an fortgeschrittenem Krebs litten.
Zentrale Ergebnisse der Studie
1. Übersetzung des Abstracts
Hintergrund: Frauen mit Lipödem weisen eine abnormale Ansammlung von Fettgewebe auf, die zu Schmerzen und einer verringerten Lebensqualität führt. Die Auswirkungen des Lipödems auf das Körperbild und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HR-QoL) sind weitgehend unbekannt. Das Ziel dieser Studie war es, die HR-QoL und das Körperbild bei Frauen mit Lipödem zu untersuchen und mit gesunden Frauen ohne Lipödem sowie mit Frauen mit fortgeschrittenem Krebs zu vergleichen.
Methoden: Diese vergleichende Studie umfasste:
Frauen mit Lipödem (n = 104), gesunde Frauen ohne Lipödem (gesunde Kontrollgruppe, n = 42) und eine explorative Gruppe von Frauen mit fortgeschrittenem Krebs (n = 44). Die HR-QoL wurde mit dem RAND-36 erfasst, Bedenken hinsichtlich des Körperbildes wurden mit dem Body Shape Questionnaire (BSQ) bewertet und die Symptome wurden mit dem Edmonton Symptom Assessment System (ESAS) evaluiert.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 190 Frauen eingeschlossen. Frauen mit Lipödem hatten in allen acht Dimensionen eine signifikant niedrigere HR-QoL im Vergleich zu gesunden Frauen ohne Lipödem ($p < 0,001$). In vier Dimensionen wiesen Frauen mit Lipödem Werte auf, die mit denen von Frauen mit fortgeschrittenem Krebs vergleichbar waren: körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche Schmerzen und emotionale Probleme. In der Dimension der allgemeinen Gesundheit hatten Frauen mit Lipödem sogar noch niedrigere Werte als Frauen mit fortgeschrittenem Krebs ($p < 0,05$). Die Sorgen bezüglich des Körperbildes waren in der Lipödem-Gruppe signifikant größer als bei den gesunden Kontrollen ($p = 0,001$). Zudem erlitten Frauen mit Lipödem signifikant mehr Symptome als gesunde Kontrollen, darunter mehr Schmerzen, Müdigkeit, Depressionen, Angstzustände, Appetitlosigkeit, Atemnot und eine verringerte Lebensqualität ($p < 0,001$ für alle).
Schlussfolgerung: Frauen mit Lipödem wiesen in mehreren Dimensionen eine ebenso niedrige HR-QoL auf wie Frauen mit fortgeschrittenem Krebs, erhebliche Bedenken hinsichtlich ihres Körperbildes sowie eine hohe Symptombelastung. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, gezielte Versorgungsinitiativen für diese Patientinnen zu entwickeln.
2. Detaillierte Studienzusammenfassung (LISE-Studie, 2026)
Titel: Lipedema in Sweden – “The LISE-study”: Quality of life and body image in women with lipedema compared to healthy controls and women with cancer (Goodrose-Flores & Björkhem-Bergman, 2026)
Studiendesign & Population:
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3 Gruppen im Vergleich: 104 Frauen mit Lipödem, 42 gesunde Kontrollpersonen und 44 Frauen mit fortgeschrittenem Krebs (palliativ versorgt).
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Untersuchte Parameter: Lebensqualität (RAND-36), Körperbildstörungen (BSQ), Symptombelastung (ESAS) und Ernährungsprotokolle (1-Tages-Erinnerungsprotokoll).
Die wichtigsten Ergebnisse im Detail:
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Lebensqualität auf Palliativ-Niveau:
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Frauen mit Lipödem schnitten in allen 8 Bereichen der Lebensqualität dramatisch schlechter ab als gesunde Frauen.
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In den Bereichen körperliche Funktionsfähigkeit, Schmerz und emotionale Probleme war ihre Lebensqualität genauso stark eingeschränkt wie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Krebs.
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Im Bereich Allgemeine Gesundheit schätzten Frauen mit Lipödem ihren Zustand sogar noch schlechter ein als die Krebs-Gruppe.
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Massive Körperbildstörung & Stigma:
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Die Sorge um die eigene Körperform war bei Lipödem-Betroffenen extrem hoch. Je mehr Diätversuche die Frauen in der Vergangenheit unternommen hatten, desto größer war die Störung des Körperbildes.
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Lipödem-Frauen gaben eine signifikant geringere tägliche Kalorien- (-307 kcal/Tag) und Kohlenhydrataufnahme (-52 g/Tag) sowie einen geringeren Appetit an als gesunde Frauen. Die Autoren führen dies unter anderem darauf zurück, dass Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung und „Fat-Shaming“ ihren Appetit und ihr Essverhalten untertreiben (Underreporting), um nicht als „maßlos“ wahrgenommen zu werden.
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Hier muss ich einhaken! Es ist an der Zeit, Lipödembetroffene endlich ernst zu nehmen! JA – Es essen viele bereits zu wenig. Das ist real und kein Underreporting!
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Hohe mentale & körperliche Symptombelastung:
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Neben Schmerzen zeigten sich signifikant erhöhte Werte für Erschöpfung (Fatigue), Depressionen, Angstzustände und Atemnot im Vergleich zu Gesunden.
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Lipödem, Muskeln & Sarkopenie
Studie Mai 2026
Bei der Untersuchung von Frauen mit Lipödem an den Beinen kam heraus, dass jede 3. Frau (33,3 %) unter Sarkopenie leidet. Das ist der medizinische Fachbegriff für krankhaften Muskelschwund und Muskelschwäche.
Zentrale Ergebnisse der Studie
Die Studie untersucht, wie sich ein Lipödem an den Beinen auf die Muskelmasse und Muskelkraft von Frauen auswirkt – ein Bereich, der in der Medizin bisher kaum erforscht ist. Konkret ging es um das Auftreten von Sarkopenie (krankhafter Muskelschwund/Muskelschwäche).
Die Methode:
- Untersuchung von 48 Frauen mit diagnostiziertem Lipödem (Durchschnittsalter: ~47 Jahre, Durchschnitts-BMI: 33).
- Messung der Muskelmasse per Ultraschall am Oberschenkel (Rectus femoris) sowie funktionelle Tests (Handkraft, Gehgeschwindigkeit, Aufstehtest).
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Hohe Betroffenheit: Jede dritte Lipödem-Patientin (33,3 %) litt unter Sarkopenie, bei 14,6 % war sie sogar schwer ausgeprägt.
- Kopplung an das Stadium: Je fortgeschrittener das Lipödem-Stadium (insb. Stadium 3), desto ausgeprägter waren der Muskelschwund und die funktionellen Einschränkungen (schwächere Handkraft, langsameres Gehen, schwereres Aufstehen).
- Unabhängig von Gewicht und Alter: Das Nachlassen der Muskelkraft und -masse hing nicht vom Alter oder dem BMI der Frauen ab, sondern stand in direktem Zusammenhang mit dem Lipödem selbst.
Fazit für die Praxis (z. B. Diätologie/Therapie): Lipödem-Patientinnen verlieren mit fortschreitender Erkrankung messbar an Muskelkraft und -masse. Bei der Betreuung sollte daher dringend nicht nur auf das Fettgewebe geschaut, sondern auch der Erhalt der Muskulatur (z. B. durch gezieltes Krafttraining und adäquate Proteinzufuhr) in den Therapieplan integriert werden.
Ozbek IC, Kuculmez O, Dundar Ahi E. Prevalence of sarcopenia and its functional correlates in women with lower-extremity lipedema: A cross-sectional observational study. Phlebology. 2026 May 8:2683555261451570. doi: 10.1177/02683555261451570. Epub ahead of print. PMID: 42102393.
Häufigkeit Diagnose Lipödem
Deutsche Untersuchung vom März 2026
Aktuelle Diagnose-Häufigkeit in Deutschland
Lipödem und Dynapenie: Wie Entzündungen Muskeln schwächen können
Studie vom März 2026
Was bedeutet das einfach erklärt?
Lipödem, Essverhalten und psychisches Wohlbefinden
Studie Februar 2026
Das Lipödem wird häufig als rein körperliche Erkrankung betrachtet. Tatsächlich zeigen aktuelle Untersuchungen jedoch, dass auch das Essverhalten und die psychische Gesundheit eine wichtige Rolle spielen können. Eine Studie liefert hierzu erste aufschlussreiche Einblicke.
Im Rahmen einer Online-Befragung wurden 47 Frauen mit diagnostiziertem Lipödem untersucht. Ziel war es, mögliche Zusammenhänge zwischen der Erkrankung, dem Essverhalten und dem psychischen Wohlbefinden besser zu verstehen. Dafür kamen zwei standardisierte Fragebögen zum Einsatz, die sowohl Hinweise auf problematisches Essverhalten als auch auf die allgemeine psychische Verfassung erfassen.
Zentrale Ergebnisse der Studie
Die Auswertung zeigt ein klares Bild:
Auffälliges Essverhalten ist weit verbreitet
Ein großer Teil der befragten Frauen zeigte Hinweise auf problematische Essmuster:
• etwa zwei Drittel der Teilnehmerinnen waren auffällig
• bei strengeren Bewertungskriterien sogar über 70 %
Psychisches Wohlbefinden ist häufig reduziert
Auch die psychische Belastung spielte eine relevante Rolle:
• rund 20 % der Frauen berichteten über ein deutlich vermindertes Wohlbefinden
Diese Zahlen machen deutlich, dass das Lipödem häufig nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern mehrere Ebenen betrifft.
Was bedeuten diese Ergebnisse?
Die Studie legt nahe, dass viele Frauen mit Lipödem nicht nur körperlich, sondern auch emotional und psychisch belastet sind. Dabei handelt es sich nicht um ein Randphänomen, sondern um ein Muster, das bei einem relevanten Anteil der Betroffenen vorkommen kann.
Besonders wichtig ist der Hinweis, dass auffälliges Essverhalten in diesem Zusammenhang nicht vorschnell bewertet werden sollte. Es entsteht häufig nicht „grundlos“, sondern entwickelt sich im Kontext der Erkrankung.
Mögliche Zusammenhänge zwischen Lipödem, Essverhalten und Psyche
Die Gründe für diese Zusammenhänge sind vielschichtig und greifen oft ineinander:
Fehlinterpretation der Erkrankung
Lipödem wird noch immer häufig mit klassischem Übergewicht gleichgesetzt. Betroffene hören nicht selten:
• „Sie müssen einfach weniger essen“
• „Sie sollten sich mehr bewegen“
Da das krankhafte Fettgewebe jedoch nur begrenzt auf Diäten reagiert, bleiben Erfolge oft aus. Das kann zu:
• Frustration
• Schuldgefühlen
• einem negativen Selbstbild führen
Der Versuch, Kontrolle zu gewinnen
Wenn der eigene Körper nicht wie erwartet reagiert, entsteht häufig das Bedürfnis, an anderer Stelle Kontrolle auszuüben.
Das Essverhalten kann dabei in den Fokus rücken:
• strenge Diäten
• stark kontrolliertes Essen
• wiederkehrende Essanfälle
• Wechsel zwischen Kontrolle und Kontrollverlust
Veränderungen des Körperbildes
Das Lipödem führt oft zu sichtbaren Veränderungen, insbesondere an Beinen und Armen.
Dies kann Auswirkungen haben auf:
• das Selbstwertgefühl
• das eigene Körperbild
• das soziale Verhalten (z. B. Rückzug)
Schmerzen und körperliche Einschränkungen
Viele Betroffene berichten über:
• Druck- und Spannungsgefühle
• Schmerzen bei Berührung
• eingeschränkte Beweglichkeit
Diese Faktoren können dazu führen, dass:
• körperliche Aktivität reduziert wird
• Frustration zunimmt
• Essen als Bewältigungsstrategie genutzt wird
Langjährige Belastung durch fehlende Diagnose
Nicht selten vergeht viel Zeit bis zur richtigen Diagnose. In dieser Phase erleben viele Betroffene:
• Unsicherheit
• das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden
• wiederholte, erfolglose Behandlungsversuche
Auch das kann die psychische Belastung verstärken.
Ein wichtiger Perspektivwechsel
Ein zentraler Punkt ist besonders hervorzuheben:
Auffälliges Essverhalten bei Lipödem ist kein Ausdruck von mangelnder Disziplin.
Vielmehr handelt es sich häufig um eine nachvollziehbare Reaktion auf:
• körperliche Beschwerden
• gesellschaftlichen Druck
• wiederholte Frustrationserfahrungen
Einordnung der Studienergebnisse
Die Ergebnisse sollten trotz ihrer Relevanz vorsichtig interpretiert werden:
• Die Teilnehmerzahl war mit 47 Frauen vergleichsweise klein
• Es handelt sich um erste Hinweise, nicht um abschließende Belege
Dennoch liefern die Daten wichtige Impulse für ein besseres Verständnis der Erkrankung.
Fazit
Die Studie zeigt, dass das Lipödem häufig über die körperlichen Symptome hinausgeht. Auffälliges Essverhalten und eine reduzierte psychische Belastbarkeit können bei vielen Betroffenen eine Rolle spielen.
Das unterstreicht die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes, der nicht nur die körperlichen Aspekte berücksichtigt, sondern auch das Essverhalten und die psychische Situation mit einbezieht.
Kunzová M. Disordered eating risk and well-being in women with lipedema. Front Glob Womens Health. 2026 Feb 13;7:1720708. doi: 10.3389/fgwh.2026.1720708. PMID: 41767758; PMCID: PMC12945998.
Lipödem und bariatrische Chirurgie – was zeigt die aktuelle Evidenz?
Studie Februar 2026
Aus meiner Sicht wird beim Lipödem noch immer zu häufig das Körpergewicht zum Ausgangspunkt der Therapie gemacht. Dabei sehe ich in meiner Praxis regelmäßig Menschen, die trotz höheren Körpergewichts zu wenig essen, sehr restriktiv essen und bereits Zeichen einer unzureichenden Energie- und Nährstoffversorgung bzw. eines chronischen relativen Energiedefizits zeigen.
Diesen Menschen einfach zu sagen „Sie müssen weniger essen“ – oder gar eine Magen-OP zu empfehlen – halte ich für problematisch. Eine bariatrische Operation reduziert die mögliche Nahrungsaufnahme zusätzlich. Ohne gründliche Anamnese kann sich die Gesamtsituation dadurch sogar verschlechtern.
Zentrale Ergebnisse der Studie
Das Lipödem ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, die durch eine disproportionale Fettverteilung vor allem an den unteren Extremitäten gekennzeichnet ist. Aufgrund der Überschneidungen mit Adipositas wird es häufig erst spät oder nach einer Gewichtsabnahme diagnostiziert.
Eine Gewichtsregulation ist ein wichtiger Bestandteil der Lipödemtherapie. Welche Rolle eine bariatrische bzw. metabolische Operation (BMS) dabei spielt, ist jedoch bislang unklar.
In diesem systematischen Review wurde untersucht, wie sich bariatrische/metabolische Operationen auf Gewichtsverlust, Lipödem-Symptome und den weiteren Therapiebedarf auswirken.
Die Autor:innen durchsuchten PubMed, Scopus und die Cochrane Library bis Januar 2025. Insgesamt wurden 7 Studien mit 51 Patient:innen eingeschlossen – fünf Fallberichte und zwei Kohortenstudien. Die meisten Patient:innen erhielten einen Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie) oder einen Roux-en-Y-Magenbypass.
Die wichtigsten Ergebnisse
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Der durchschnittliche Gewichtsverlust betrug 33,9 % des Ausgangsgewichts.
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Eine Studie mit 31 Patient:innen zeigte neben der Gewichtsabnahme auch eine signifikante Reduktion des Oberschenkelvolumens.
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In den übrigen Studien blieb die Disproportion des Unterkörpers bestehen oder wurde sogar deutlicher sichtbar.
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Lipödem-typische Schmerzen verbesserten sich nicht zuverlässig.
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Bei mehreren Patient:innen wurde das Lipödem erst nach der bariatrischen Operation diagnostiziert. Das wirft die Frage auf, ob es bereits vorher bestanden hatte und aufgrund der Adipositas übersehen wurde.
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Die Operation kann somit Adipositas wirksam reduzieren, behandelt aber die eigentlichen Lipödem-Merkmale nicht zuverlässig.
Was bedeutet das für die Praxis?
Die bariatrische/metabolische Chirurgie sollte beim Lipödem nicht als primäre Lipödemtherapie, sondern als mögliche Behandlung einer begleitenden Adipositas betrachtet werden.
Eine deutliche Gewichtsabnahme kann gesundheitlich sehr sinnvoll sein, bedeutet aber nicht automatisch, dass sich das Lipödem verbessert. Die typische Fettverteilung, Schmerzen und die körperliche Disproportion können trotz erheblicher Gewichtsabnahme bestehen bleiben.
Deshalb empfehlen die Autor:innen:
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Lipödem bereits vor einer bariatrischen Operation sorgfältig diagnostizieren und dokumentieren.
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Nach der Operation weiterhin konservative Maßnahmen einsetzen, wenn Beschwerden bestehen.
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Bei anhaltenden Lipödem-Symptomen kann in ausgewählten Fällen eine lymphgefäßschonende Liposuktion erwogen werden.
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Es braucht größere, prospektive Studien mit einheitlichen Definitionen und standardisierten Messmethoden.
Die Kernaussage in einem Satz
Bariatrische Chirurgie kann bei Menschen mit Lipödem und Adipositas zu einer erheblichen Gewichtsabnahme führen, beseitigt jedoch nicht zuverlässig die typischen Lipödem-Symptome – sie ist daher eher eine Therapie der begleitenden Adipositas als eine eigentliche Lipödemtherapie.
Wichtig für die Ernährungsberatung: Die Studie spricht damit auch gegen die Vorstellung, dass eine starke Gewichtsabnahme automatisch das Lipödem „wegbehandelt“. Eine Gewichtsreduktion kann medizinisch sinnvoll sein, sollte aber nicht mit einer Heilung des Lipödems gleichgesetzt werden. Die Ernährungstherapie sollte deshalb weiterhin auf Ernährungsqualität, ausreichende Nährstoffversorgung, Gewichtsmanagement und Lebensqualität ausgerichtet sein – nicht auf immer restriktivere Diäten.
Quelle:
Pajaziti Q, Geropoulos G, MacVicar E, Colucci N, Lucocq J, Lamb PJ, Robertson AG. Lipoedema and Bariatric and Metabolic Surgery: A Systematic Review. Clin Obes. 2026 Feb;16(1):e70062. doi: 10.1111/cob.70062. PMID: 41432544.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41432544/
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